Olten – Mit dem Projekt «SO-Inklusiv – Mobile Klapprampen» setzen der Verein Selbstvertretung Kanton Solothurn, das Citymanagement Olten, Gewerbe Olten und die Stadt Olten gemeinsam ein Zeichen für mehr Inklusion und Barrierefreiheit in der Oltner Innenstadt.
Barrierefreiheit bedeutet Lebensqualität. Bereits eine Stufe vor einem Geschäft kann für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen eine unüberwindbare Hürde darstellen. Ziel des Projekts ist es deshalb, mit einfachen Lösungen möglichst vielen Menschen den Zugang zu Geschäften, Gastronomiebetrieben und Dienstleistungsbetrieben zu ermöglichen.
«Ich engagiere mich seit einiger Zeit für mehr Barrierefreiheit, damit Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben und die Angebote unserer Innenstädte nutzen können», erklärt Linda Halter vom Verein Selbstvertretung Kanton Solothurn und Initiantin des Projektes. Gemeinsam mit dem Citymanagement wurde die gesamte Oltner Innenstadt analysiert und geprüft, welche Betriebe bereits hindernisfrei zugänglich sind und wo mit mobilen Klapprampen zusätzliche Barrierefreiheit geschaffen werden kann.
Im Anschluss an die Bestandesaufnahme suchte das Citymanagement das persönliche Gespräch mit den betroffenen Betrieben. Insgesamt konnten zehn Oltner Geschäfte für das Projekt gewonnen werden und verfügen heute über eine mobile Klapprampe.
«Die Analyse hat gezeigt, dass bereits viele Betriebe in Olten barrierefrei zugänglich sind. Bei Geschäften mit einer oder zwei Eingangsstufen bieten mobile Klapprampen eine einfache und kostengünstige Lösung. Die Klapprampen sind leicht, einfach zu bedienen und können innerhalb weniger Sekunden aufgestellt und wieder verstaut werden. Genau diese einfache Handhabung war ein wichtiges Kriterium, damit sämtliche Mitarbeitenden die Rampen im Alltag problemlos einsetzen können, sagt Benjamin Pipa, Citymanager von Olten.
Auch Sascha Rickenbacher, Co-Präsident von Gewerbe Olten, ist vom Projekt überzeugt: «Manchmal fragt man sich, weshalb man ein Thema nicht schon viel früher angegangen ist. Inklusion gehört zu einer modernen Stadt wie Olten. Mit diesem Projekt ermöglichen wir mehr Menschen den Zugang zu unseren Geschäften und schaffen gleichzeitig einen Mehrwert für das lokale Gewerbe.»
Stadtpräsident Thomas Marbet freut sich ebenfalls über die Initiative: «Es ist schön zu sehen, wie mit einfachen Mitteln mehr Barrierefreiheit geschaffen werden kann. Das Projekt zeigt eindrücklich, was möglich ist, wenn Stadt, Gewerbe und engagierte Organisationen gemeinsam an einer guten Lösung arbeiten.»
Auch Konrad Flückiger, Mitglied des Mitwirkungsrat der Stiftung Arkadis in Olten, und Dirk Maier, Bereichsleiter Beschäftigung und Arbeit bei der Arkadis, begrüssen das Projekt und hoffen, dass sich in Zukunft weitere Betriebe beteiligen und zusätzliche Hindernisse in der Oltner Innenstadt abgebaut werden.
Wie gross der Nutzen im Alltag ist, beschreibt Linda Halter anhand eines persönlichen Beispiels: «Früher musste ich mich bei der Gelateria Kalte Lust bereits vor der Türe für eine Glace entscheiden, obwohl ich das Angebot aus dieser Distanz kaum erkennen konnte. Heute kann ich wie alle anderen bis an die Theke fahren, das Sortiment in Ruhe anschauen und meine Glace selbst auswählen. Das bedeutet für mich echte Teilhabe.»
An der ersten Projektphase beteiligen sich die Apotheke zum Kreuz, Ella’s Kinderboutique, Gryffe, das Haus zum Adler mit der Regiobank, das Hotel Olten, Kalte Lust, Maduro, Polish Nails sowie Trotter Optik.
Die Projektkosten der ersten Phase mit zehn mobilen Klapprampen belaufen sich auf rund CHF 7’500. Die Projektleitung und Koordination erfolgte durch das Citymanagement Olten. Finanziert wurde das Projekt nach dem Prinzip einer Public-Private-Partnership: Ein Drittel der Kosten übernahmen die teilnehmenden Betriebe, ein Drittel steuerte Gewerbe Olten bei und das letzte Drittel wurde gemeinsam von der Stadt Olten und Pro Infirmis Aargau-Solothurn finanziert.
Mit der erfolgreichen Umsetzung der ersten Projektphase ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Ziel ist es nun, weitere Betriebe für das Projekt zu gewinnen, zusätzliche mobile Klapprampen einzusetzen und dort, wo bauliche Hindernisse bestehen bleiben, alternative Lösungen zu schaffen. So wird die Oltner Innenstadt Schritt für Schritt für alle Menschen zugänglicher.
Bild und Text: Mobile Klapprampe Kalte Lust (Quelle: Citymanagement Olten)

